Brasilien

Von der Kirsche bis zur Bohne

geschrieben am 1. August 2013

Ein halbrundes Oval, meist dunkelbraun und mit einer auffälligen Kerbe in der Mitte ihrer abgeflachten Seite – so kennen wir sie, die Kaffeebohne. Dabei wissen viele gar nicht, dass Kaffeebohnen eigentlich grün geerntet werden. Und: dass ohnehin alles mit einer roten Kirsche beginnt. Doch eines nach dem anderen. Kaffeebohnen gedeihen an Sträuchern oder Bäumen, die mehrere Meter hoch werden können. Allerdings werden sie zum besseren Handling gestutzt und somit künstlich kleiner gehalten. An ihren Ästen wachsen Früchte, ohne die es unseren geliebten Kaffee gar nicht geben würde: die sogenannten Kaffeekirschen.

Die Kaffeekirsche hat es in sich.
Ihre Form und Farbe erinnert schon ein wenig an die aus heimischen Gärten bekannten Kirschsorten. Auf dem Weg zur Reife werden auch sie erst gelb und dann, bei den meisten Sorten, dunkelrot. Doch im Gegensatz zu der in Deutschland bekannten Sauer- oder Süßkirsche sind die Kerne der Kaffeekirsche viel zu wertvoll, um beim Weitspucken durch die Gegend gepustet zu werden. Denn bei ihnen handelt es sich um nichts anderes als die so begehrten Kaffeebohnen. Zwar noch roh, aber dafür meist schön zu zweit pro Kaffeekirsche. Sie kommen zum Vorschein, sobald man in der Aufbereitung Fruchtfleisch, Pergament- und Silberhäutchen entfernt hat.

Apropos Aufbereitung!
So schnell wie gerade beschrieben, geht die letztendliche Gewinnung der Bohnen nach der Kirschlese übrigens nicht. Gut Ding oder besser – guter Geschmack – will nämlich Weile haben. Und die schonende Aufbereitung trägt eben auch zur optimalen Geschmacksentfaltung bei. Bohnen, die als Basis für einen D‘Aracruz dienen, trocknen mehrere Tage in der brasilianischen Sonne. Dabei werden sie immer wieder behutsam gewendet, bis sie für den letzten und entscheidenden Veredelungsschritt bereit sind – die Röstung.